Ohne Bestäuber keine Vielfalt
Wenn es summt, flattert und krabbelt, ist im Garten Leben. Bestäuber sorgen dafür, dass Pflanzen sich vermehren, Früchte tragen und ganze Ökosysteme funktionieren. Der Botanische Garten Grüningen rückt diese stillen Helfer 2026 ins Zentrum des Gartenjahres.

Wildbienen, Fliegen, Käfer oder Schmetterlinge leisten Erstaunliches. Beim Blütenbesuch transportieren sie Pollen und ermöglichen so die Fortpflanzung von Pflanzen. Ein grosser Teil der wildwachsenden, heimischen Pflanzenarten ist ganz oder teilweise auf tierische Bestäubung angewiesen. Mehr als drei Viertel der weltweit angebauten Nahrungspflanzen profitieren in Ertrag oder Qualität von Fremdbestäubung. Damit sichern bestäubende Insekten nicht nur die Pflanzenvielfalt, sondern auch die Funktionsfähigkeit ganzer Nahrungsnetze.
Intensive Landwirtschaft, Pestizide, Umweltverschmutzung und der Verlust von Lebensräumen reduzieren jedoch Nahrungsangebot und Nistplätze. Krankheiten, invasive Arten und der Klimawandel verschärfen die Situation zusätzlich. Im Botanischen Garten Grüningen stehen die Bestäuber im Jahr 2026 deshalb im Fokus
Bestäuber im Botanischen Garten erleben
Wie sich diese Zusammenhänge konkret im Garten zeigen und was trotz unterschiedlichen Bedingungen zur Förderung dieser wertvollen Tiere beigetragen werden kann, zeigt sich im Botanischen Garten Grüningen im Laufe der Saison. Die traditionellen Sonntagsführungen finden an jedem ersten Sonntag im Monat um 11 Uhr statt und sind kostenlos.
Die Führung im Juni widmet sich dem Jahresthema: Unter dem Titel «Unsere vielseitigen Bestäuber» erfahren Besucherinnen und Besucher mehr über die Lebensweise der unterschiedlichen Insektenarten. Mit etwas Glück lässt sich der Bestäubungsvorgang sogar aus nächster Nähe beobachten.Weitere Sonntagsführungen widmen sich unter anderem frühblühenden Insektenweiden, immergrünen Pflanzen, dem Lebensraum unter grossen Bäumen, einheimischen Kräutern und Heilpflanzen, der Gartenpraxis im Herbst sowie der gezielten Förderung von Tieren im Garten. Ergänzt wird das Programm durch Makrofotografie-Workshops, Vollmondmeditationen, Ikebana und Waldbaden.